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Eilenburg, es begann das Jahr 1995. Wir, das sind Jens (Spatz) Sperling und Stephan (Schobe) Schober, spielen seit geraumer Zeit in einer Cover Band. Doch irgendwann war es so weit, aus dieser "Großfamilie" auszusteigen und ein neues eigenes Projekt in Angriff zu nehmen. Februar 1995 , schräge Gitarrensolos, brummende Bassläufe und wirbelnde Breakes erklingen aus dem Proberaum eines Jugendclubs, die Band "Seltsam" ward gegründet. Eigene Musik wollen wir machen. Rock soll es sein, Alternativrock mit deutschen Texten. Spatz besetzt die Drums, Schobe die Guitar und Carsten Bundesmann (alias Bundes) den Bass. Es ist der Anfang von Seltsam. Wir covern Songs von Stoppok, Pankow, Selig oder auch den Black Crowes, und finden langsam den Weg zur eigenen Musik. Stephan widmet sich der Textschreiberei und der musikalischen Ideenfindung. Zusammen setzen wir dies zu einem Song um. Ein weiteres Bandmitglied steigt ein, Ron Müller (alias Jonny Schehr). Als Keyboarder macht er "Seltsam" komplett. Mai 1996, der erste Auftritt im Freibad Doberschütz. Wir spielen als Vorband einer regionalen Band. Außerdem verlässt uns Ron nach nur einem halben Jahr so schnell, wie er kam. Wir spielen auf weiteren Gigs im Umkreis, das Jahr neigt sich dem Ende und wir bestreiten das letzte Konzert als Vorband von Pankow. Sommer 1997, wir nehmen unser erstes Demo auf ,"Schon wieder" und "Allein". Für weitere Aufnahmen fehlt uns leider das nötige Kleingeld. Wir spielen unter anderem auf der Delitzscher Rocknacht, zu der später auch ein Sampler erscheint. Anfang Herbst, Bundes verlässt uns für ein Studium in Liverpool, und wir sind gezwungen für ein Jahr eine Pause einzulegen. Wir nutzen die Zeit, um noch 5 weitere Demosongs aufzunehmen: "Tagedieb", "Das Langsame", "Lieber Gott", "Hard to Handle" und "Ohne Dich". Dabei unterstützt uns der Bassist Andreas Ritter, der Bundes bei den Aufnahmen ersetzt. Wir schreiben neue Songs und hängen in diversen Pubs und Kneipen der Stadt ab. Das Jahr 1999 beginnt und unsere Lebenskraft erwacht wieder, wir formieren uns neu. Bundes, Schobe und der neue Drummer Thomas Freini erfüllen den Proberaum mit neuer musikalischer Energie. Wir spielen einige Gigs Ende Sommer/Anfang Herbst. Zum Jahreswechsel 1999-2000 erlischt diese Energie und im Februar 2000 beginnt eine neue Epoche der Band Seltsam. Spatz steigt wieder ein. Er und Schobe als Gründungsmitglieder werden verstärkt von Patrick Heinrich (guitar), Alexander Trillenberg (voc) und Lars Höhne (bass). "Seltsam" fungiert erstmalig mit zwei Gitarren und "richtigem" Sänger. Durch diesen Zusammenschluss wird die Band von neuen Eindrücken geprägt. In kürzester Zeit entstehen neue Songs wie "Frei sein", "Konsum", "Spar dir deine Sprüche", "Vater", "Durchgeknallte Tage" und "Germany". Die Band strotzt vor Energie. 1.April 2000, Jugendhaus Peu à Peu, wir spielen erstmalig in dieser Besetzung vor Publikum, die Bühne bebt, das Konzert ein voller Erfolg. Es folgen weitere Gigs: Tonelli`s Blues Bar (Leipzig), Stadtfest Eilenburg, Open Air im Harz, Biker Treffen Lossa und Rockcafé AC30 Eilenburg als Schlusslicht. Das Jahr 2000 neigt sich dem Ende und "Seltsam" zieht mit Sack und Pack nach Leipzig. Hagen Moritz (bass) und Christian Günther (drums) ersetzen die Daheimgebliebenen. Es entstehen neue Texte und Songs, wie "Trockner Sekt", "Seltsam" und "Weg von hier". Am ersten zwölften zweitausendeins geht ein Traum für die Band in Erfüllung. Seltsam bestreitet das Vorprogramm für "Neues Glas aus alten Scherben" (Ex-Ton Steine Scherben), den musikalischen Helden der 68-er Bewegung und eines der musikalischen Vorbilder der Band. Januar 2002 Christian verlässt uns, und Spatz wird erneut Drummer der Band. Wieder probt Seltsam, um spielfähig zu werden. Für Kreativität war vorerst kein Platz. Der erste Auftritt 2002 war am 22. März in Wurzen. Das Netzwerk Demokratische Kultur e.V. lud uns ein, im Rahmenprogramm zur Podiumsdiskussion über "Rechte Gewalt" mit Promis wie Udo Lindenberg und Ingo Appelt zu spielen. Motiviert von diesem super Gig, galt die Vorbereitung dem Open Air des Rio Reiser Hauses in Fresenhagen. Es sollte der Höhepunkt 2002 werden. Doch so einfach ist es mit Seltsam halt nicht. Im April ereilte uns die Botschaft, dass der Vermieter unseres Proberaums sein Haus ab sofort sanieren wird. Seltsam steht ohne Proberaum da. Geprobt wird bei Hagen in der Wohnung in Leipzig und bei Schneiders in Authausen. 4 Tage vor dem Open Air am 16. August erreicht das Hochwasser Eilenburg. So fiel unser schönes Fresenhagenwochenende in das selbige. Schobe und Hagen fuhren zum Open Air und erlebten eine super Solidarität und Verständnis mit dem Angebot "2003 seid ihr dabei". Live gab es Seltsam am 03. August. Wir spielten ein schönes Konzert mit Elekrokunze im UT Connewitz in Leipzig. Am 28. August rockten wir in Borsdorf mit Superkargo. Viel Spaß hatten wir auch am 14. September zum Hochwasserbenefiz im Haus VI in Eilenburg. Seit Oktober haben wir wieder einen Proberaum und sind darüber unendlich froh. Ruhe und Kreativität hält wieder Einzug. So entstehen im November zwei neue Songs "Wenn ich könnte" und "Richtung Wetterseite". Einiges schlummert noch und kommt im nächsten Jahr zum Ausbruch. Das Jahr geht zu Ende und alles war wieder einmal sehr Seltsam. Autor: Aileen Schneider |